Wohnen im Alter | Ratgeber Haus & Garten

Ratgeber Haus & Garten | Die Dusche hat plötzlich eine unüberwindbare Stufe, die Treppe zur Haustür wird zu einem riesigen Hindernis. Dennoch möchten viele betroffene Senioren nicht wegen derartiger Probleme ihre gewohnte Umgebung aufgeben und in eine andere Wohnung, in ein anderes Haus oder gar in ein Seniorenheim ziehen. Rund 16,7 Millionen Menschen über 65 Jahre leben in Deutschland. Und viele in dieser Altersgruppe wohnen in eigenen Häusern oder Wohnungen. Meist wurden die Immobilien bezogen, als ihre Bewohner keine oder wenige Probleme beim Gehen oder Stehen hatten. Doch mit dem Alter steigt die Anzahl der Personen, für die genau das in der vertrauten Umgebung zu einer großen Belastung wird. Altersgerechte Umbauten werden unumgänglich.

Das barrierearme Zuhause
Was macht ein barrierearmes Zuhause aus? Worauf sollte bei den Planungen geachtet werden? „Eine barrierearme Wohnung oder ein entsprechendes Haus ist dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere am Boden keine Hindernisse vorhanden sind und die Bewohner ausreichend Bewegungsfreiheit haben“, sagt Joachim Brockhoff von der PSD Bank Westfalen-Lippe eG.

Folgende Punkte sollten beim Umbau bedacht werden:

• ebene Böden ohne Bodenschwellen und Stolperfallen
• breite, auch für Rollstuhlfahrer geeignete Türen
• genug Bewegungsfreiheit
• stufenloser Zugang zum Haus, zur Terrasse oder zum Balkon
• bei Treppen gilt: durchgezogene Handläufe und sichere Stufen
• Abstellflächen für Gehilfen oder Einkaufswagen
• bodengleiche Dusche mit Haltegriffen
• leicht zu öffnende und zu schließende Fenster


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Zudem können Lichtschalter und andere Bedienelemente so montiert werden, dass sie mit der Hand leichter als bisher zu erreichen sind. Aber auch technische Hilfsmittel unterstützen dabei, dass sich Betroffene besser in ihren eigenen vier Wänden zurechtfinden. Türen und Jalousien können so umgebaut werden, dass sie elektrisch geöffnet und geschlossen bzw. hoch- und heruntergefahren werden können. Für Menschen mit Hörbehinderung empfiehlt es sich, die Türklingel und das Telefon mit einem zusätzlichen optischen Signal auszustatten. „Eine sehr effektive und gleichzeitig wichtige Maßnahme können Betroffene aber sehr leicht und in der Regel ohne Kosten direkt durchführen. Dafür muss lediglich das Mobiliar in den Räumen neu positioniert werden, sodass Durchgangswege breit genug sind und somit leicht zu passieren sind“, ergänzt Brockhoff.


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Individuelle Wohnberatung
Es gibt somit eine große Bandbreite an möglichen Umbaumaßnahmen. Doch genauso vielfältig sind die unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnisse der Betroffenen an die barrierearme Wohnung oder das barrierearme Haus. Ein rollstuhlgerechter Umbau verlangt nicht die Installation von optischen Signalen für die Türklingel und das Telefon. Auch muss bei einer Gehbehinderung nicht unbedingt ein Treppen- oder Badewannenlift eingebaut werden. „Für den barrierearmen Umbau ist eine individuelle Beratung absolut empfehlenswert“, rät Brockhoff. Interessierte können sich beispielsweise auf der Webseite des Vereins Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung informieren, wo sich die nächste Beratungsstelle in der Nähe befindet.

Finanzierungsmöglichkeiten für den altersgerechten Umbau
Neben der Frage, was in der Wohnung oder im Haus umgebaut werden soll, steht zudem die Frage nach der Finanzierung im Raum. Hierfür können Interessierte aus unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten auswählen. Brockhoff empfiehlt: „Auch die Finanzierung sollte gut durchdacht sein. Am besten wenden Sie sich für eine professionelle Beratung an die Spezialisten Ihrer Hausbank.“ Für die Finanzierung des geplanten Umbaus kommen insbesondere sogenannte Modernisierungskredite infrage. Eine weitere Alternative ist das Programm der KfW Bankengruppe „Altersgerecht Umbauen“. Es fördert den barrierearmen Umbau von Immobilien. Interessierte können sich über das Programm ebenfalls bei ihrer Hausbank informieren und diese dort auch beantragen.

(C) Ratgeber Haus & Garten

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